Constantine Simonides and Codex Siniaticus - details of the lengthy process and protocols Tischendorf followed to acquire the Codex Siniaticus

The "official" reason why Tischendorf initially declined to disclose where the 43 leaves of the Codex Frederico-Augustanus had been sourced from:

p.58 "Tischendorf-Erinnerungen. Merkwürdige Geschichte einer verlorenen Handschrift. Erinnerungen seines Schwiegersohnes," Ludwig Schneller, Leipzig 1927, 1929.

"Wo übrigens der Fundort jener 43 Pergamentblätter war, verriet Tifchendorf nicht. Hätten namentlich die Engländer den Ort erfahren, so hätten sie sich spornstreichs aufgemacht, um den Schatz mit verschwenderisch ausgetreutem englifchem Gold zu erwerben und ins Britische Museum in London zu schaffen; denn sehon damals galt es in England als ein Glaubensfatz, daß das Beſte der Welt selbstverständlich den Briten gehöre."​
"Incidentally, Tifchendorf did not reveal where those 43 sheets of parchment were found. If the English in particular had found out about the place, they would have spurred on to acquire the treasure with lavishly plundered English gold and to take it to the British Museum in London; for at that time it was considered a tenet in England that the best in the world naturally belonged to the British."​
And then Tischendorf was himself willing to make substantial sums available to purchase the rest of the Codex, but the monks refused.

p.58

"Er wahrte also sein Geheimnis, und niemand ahnte, in welchem weltvergessenen Winkel der große Schatz aufgefunden worden war. Uber eben deshalb zog es ihn immer wieder an den Sinai. Dort und nirgends anders, sagte er sich, wird mein Lebenswerk gekrönt werden, wenn es mir gelingt, den ganzen Schatz zu heben. Er verfuchte zunächst, durch den befreundeten und zuverlässigen Leibarzt des Vize-Königs von Ägypten, Dr. Pruner-Bey, zum Ziel zu kommen. Ihm stellte er zum Zweck der rechtmäßigen Erwerbung der noch übrigen 86 Pergamentblätter eine ansehnliche Summe zur Verfügung. Aber der ließ ihm durch einen ficheren Boten fagen: „Seit Ihrer Abreise vom Kloster weiß man daselbst sehr wohl, daß es einen Schatz besitzt. Je mehr Sie bieten, um fo weniger wird man Ihnen die Handfchrift abtreten.“​

"So he kept his secret, and no one suspected in what oblivious corner the great treasure had been found. That's why he was drawn to Sinai again and again. There and nowhere else, he said to himself, my life's work will be crowned if I succeed in raising the whole treasure. At first he tried to reach his goal through the friendly and reliable personal physician of the Vice-King of Egypt, Dr. Pruner-Bey. For the purpose of the legitimate acquisition of the remaining 86 parchment leaves a considerable sum at his disposal, but he sent a message to him through a more secure messenger: "Since your departure from the monastery, people there know very well that it has a treasure. The more you bid, the fewer the manuscript will be given to you. “"​
 
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The "official" reason why Tischendorf initially declined to disclose where the 43 leaves of the Codex Frederico-Augustanus had been sourced from:

p.58 "Tischendorf-Erinnerungen. Merkwürdige Geschichte einer verlorenen Handschrift. Erinnerungen seines Schwiegersohnes," Ludwig Schneller, Leipzig 1927, 1929.

"Wo übrigens der Fundort jener 43 Pergamentblätter war, verriet Tifchendorf nicht. Hätten namentlich die Engländer den Ort erfahren, so hätten sie sich spornstreichs aufgemacht, um den Schatz mit verschwenderisch ausgetreutem englifchem Gold zu erwerben und ins Britische Museum in London zu schaffen; denn sehon damals galt es in England als ein Glaubensfatz, daß das Beſte der Welt selbstverständlich den Briten gehöre."​
"Incidentally, Tifchendorf did not reveal where those 43 sheets of parchment were found. If the English in particular had found out about the place, they would have spurred on to acquire the treasure with lavishly plundered English gold and to take it to the British Museum in London; for at that time it was considered a tenet in England that the best in the world naturally belonged to the British."​
And then Tischendorf was himself willing to make substantial sums available to purchase the rest of the Codex, but the monks refused.

p.58

"Er wahrte also sein Geheimnis, und niemand ahnte, in welchem weltvergessenen Winkel der große Schatz aufgefunden worden war. Uber eben deshalb zog es ihn immer wieder an den Sinai. Dort und nirgends anders, sagte er sich, wird mein Lebenswerk gekrönt werden, wenn es mir gelingt, den ganzen Schatz zu heben. Er verfuchte zunächst, durch den befreundeten und zuverlässigen Leibarzt des Vize-Königs von Ägypten, Dr. Pruner-Bey, zum Ziel zu kommen. Ihm stellte er zum Zweck der rechtmäßigen Erwerbung der noch übrigen 86 Pergamentblätter eine ansehnliche Summe zur Verfügung. Aber der ließ ihm durch einen ficheren Boten fagen: „Seit Ihrer Abreise vom Kloster weiß man daselbst sehr wohl, daß es einen Schatz besitzt. Je mehr Sie bieten, um fo weniger wird man Ihnen die Handfchrift abtreten.“​

"So he kept his secret, and no one suspected in what oblivious corner the great treasure had been found. That's why he was drawn to Sinai again and again. There and nowhere else, he said to himself, my life's work will be crowned if I succeed in raising the whole treasure. At first he tried to reach his goal through the friendly and reliable personal physician of the Vice-King of Egypt, Dr. Pruner-Bey. For the purpose of the legitimate acquisition of the remaining 86 parchment leaves a considerable sum at his disposal, but he sent a message to him through a more secure messenger: "Since your departure from the monastery, people there know very well that it has a treasure. The more you bid, the fewer the manuscript will be given to you. “"​

He mentions this worry about the English getting there before him in several other places.
 
Here is the basket story once again, from p.52-56 of the same source as above (Tischendorf's grandson):

Tischendorf schrieb nach einem solchen Beſuch auf dem Gipfel des Mosesberges an seine Braut: „Wie herrlich ist der Sinai und alles, was ihn umgibt! Etwas Großartigeres habe ich nie im Leben geſehen als dieſe hochvagenden, himmelhoch getürmten Felsmauern aus Granit, aus denen die ganze Sinaigruppe besteht. Ich lege Dir, liebe Braut, in diesen Brief ein Blatt, das ich für Dich beschrieb, als ich droben auf seinem erhabenen Gipfel weilte. Dieses Blatt, das sich bis heute erhalten hat, enthält folgende Worte: „Ich bete auf dem Stein, auf dem Mose gebetet hat. Ihn umfing der Geist Gottes. Oh, möchte er auch mich durchdringen mit seiner ewigen Gewalt! Heute ift ja Pfingiten. Oh, wie glücklich bin ich! Das heiße Licht der Sonne bricht durch die Wolkennebel, die den Berg umbüllen. Dürste ich hoffen, daß das ein Sinnbild meiner Zukunft und der Deinigen wäre, meine Angelika! Das will ich erbitten im Gebet vom Vater der Gebete, bitten für Dich und mich. So fer gegrüßt noch einmal, Du mein geliebtes Herz, von der Höhe Des Sinai.“​
Aber, so gerne sich Tischendorf zu Zeiten diesen erhebenden Eindrücken hingab, für ihn war das alles doch Nebenſache. Das größte Heiligtum war für ihn die Kloſterbibliothek, in der er einen Schatz von unermeßlichem Wert zu finden hoffte, die älteſte Handſchrift des Neuen Teſtaments. Dies Heiligtum war freilich nicht ſo reich und prächtig ausgeſtattet wie die anderen hochgefeierten Reliquien, Kirchen und Kapellen des Kloſters. Im Gegenteil, es war ein recht ärmlicher Raum, auf den niemand im ganzen Kloſter beſonderen Wert legte. Auch den heutigen, etwas beſſer eingerichteten Raum fand ich noch erbärmlich genug.​
Mit hochgeſpannten Erwartungen betrat Tiſchendorf dieſe Bibliothek, das Ziel ſeiner langjährigen Sehnſucht. Rings an allen vier Wänden ſtanden auf hölzernen Ständern geschriebene und gedruckte Bücher. Hier mußte der Schatz liegen. Buch für Buch nahm er herunter und prüfte es aufs eingehendste. Uber wenn er auch manches Wertvolle fand, ein geschriebenes Neues Teftament war nicht da. Recht enttäuscht gab er es endlich auf, zu fuchen. Er hatte ja alles gesehen, aber nichts von dem gefunden, was er mit fo brennendem Verlangen gesucht hatte.​
Als er ſchon entmutigt hinausgehen wollte, sah er mitten in dem Raume einen mächtigen Papierkorb stehen, der mit allerlei Abfällen, Papieren und Buchresten gefüllt war. Um nichts zu versäumen, leerte er den Korb und prüfte feinen Inhalt. Lächelnd ftand der Bibliothekar Kyrillos dabei und fagte: „Schon zweimal ist dieser Korb in der letzen Zeit mit dolchem alten Zeug gefüllt geweſen, aber wir haben alles ing Feuer geworfen, damit es uns nicht länger im Wege stehe. Auch diefe dritte Füllung ſoll demnächst ins Feuer wandern.“ Währenddessen nahm Tischendorf ein wertloses Stück nach dem anderen in Die Hand und prüfte es.​
Da durchfuhr es ihn plötzlich mit freudigem Schreck, Da lag im Korbe eine Anzahl von griechisch beschriebenen Pergamentblättern von größtem Format! Sein geübter Blick erkannte sofort, daß sie von höchstem Alter fein mußten. Er kannte ja von seinen europäischen Forſchungen ber die Merkmale der ältesten Handfchriften. Es war fein Zweifel, hier lag eine Schrift von urälteftem Adel vor ihm, In tieffter Bewegung prüfte er den Inhalt. Und was fand er? Es waren 129 große Pergamentblätter aug der Septuaginta, der bekannten griechischen Ubersetzung des Alten Teftaments. Es war ja freilich nicht das Neue Teftament, das zu suchen er ausgezogen war. Aber auch dieser Fund war von allergrößtem Wert.​
Da der Inhalt des Korbes doch zum Verbrennen bestimmt war, erreichte er es leicht, daß ihm von diesem angeblichen Plunder der kleinere, lose beisammenliegende Teil, 43 Blätter, geschenkt wurde, Mit diesem Schatz eilte er auf sein Zimmer und vertieste sich sosort in seinen Inhalt. Die übrigen der 129 86 Blätter wollte der Archimandrit, als er ſah, wie hoch sie sein Gast ſchätzte, nicht abtreten. Aber gerne gestattete er ihm, den Inhalt der zurückbleibenden 86 Blätter aus dem Alten Testament zu verzeichnen und einige Seiten genau abauschreiben.​

Bor diesem Jahr 1844 scheint also kein Mensch im Kloster auf diese alten Pergamentblätter geachtet oder eine Ahnung von ihrem Wert gehabt zu haben. Und Doch lagen sie zweifellos ſchon seit dreizehn Jahrhundeten, seit Gründung des Kloſters, hier. Entseglich war Tifchendorf der. Gedanke, daß wahrscheinlich sehon eine Menge ebenso wertvoller Pergamentblätter, vielleicht gar das Neue Teftament, nach dem er fahndete, ins Feuer geworfen war. Um fo mehr machte er es vor seiner Abreise dem sonst freundlichen und gefälligen Bibliothekar Kyrillos zur heiligen Pflicht, die zurückbleibenden 86 Pergamentblätter aufs sorgfältigste zu hüten, andere etwa noch fich findende zu sammeln und aufs sicherste zu verwahren. Er stellte ihm in Aussicht, daß er später noch einmal an den Sinai fommen und vorher den mächtigsten Glaubensgenoffen des Klofters, den russischen Kaifer, dafür gewinnen wolle, um dieſes Schatzes willen dem Klofter sein besonderes Wohlwollen zuzumenden.​
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After one such visit, Tischendorf wrote to his bride on the summit of Moses Mountain: “How glorious is Sinai and everything that surrounds it! I have never seen anything grander in my life than these towering, sky-high granite rock walls that make up the whole Sinai group. I am enclosing a page in this letter, dear bride, which I wrote for you when I was up on its lofty summit. This leaf, which has survived to this day, contains the following words: "I pray on the stone on which Moses prayed. The Spirit of God enveloped him. Oh, that he might penetrate me too with his eternal power! Today it's Pentecost. Oh how happy I am! The sun's hot light breaks through the cloudy mists that overwhelm the mountain. Should I hope that that would be a symbol of my future and yours, my Angelica! I want to ask this in prayer from the Father of prayers, ask for you and me. Greetings again, my beloved heart, from the height of Sinai.”​
But, as much as Tischendorf liked to give in to these uplifting impressions, for him it was all secondary. The greatest sanctuary for him was the monastery library, in which he hoped to find a treasure of immeasurable value, the oldest manuscript of the New Testament. Admittedly, this sanctuary was not as richly and magnificently furnished as the other highly celebrated relics, churches and chapels of the monastery. On the contrary, it was a rather poor room, which no one in the whole monastery paid much attention to. Even today's room, which is somewhat better furnished, I found pathetic enough.​
With high expectations, Tiſchendorf entered this library, the goal of a long-standing desire. Around all four walls were written and printed books on wooden stands. The treasure must lie here. He took down book after book and examined it most closely. Although he found some valuable things, a written New Teftament was not there. Quite disappointed, he finally gave up hunting. He had seen everything, but found nothing that he had sought with such burning desire.​
When he was about to leave, discouraged, he saw a huge wastepaper basket in the middle of the room, filled with all sorts of rubbish, papers and leftovers. In order not to miss anything, he emptied the basket and checked its contents. The librarian Cyrillos stood by smiling and said: “This basket has been filled with such old stuff twice in the last few years, but we threw everything on fire so that it would no longer stand in our way. This third filling will also soon go into the fire.” Meanwhile, Tischendorf picked up one worthless piece after the other and examined it.​

Suddenly he felt a joyful shock, There lay in the basket a number of large format parchment sheets written in Greek! His practiced eye recognized at once that they must be of very old age. He knew from his European research about the characteristics of the oldest manuscripts. He had his doubts, here was a writing from ancient nobility in front of him. He examined the content with deepest emotion. And what did he find? It was 129 large sheets of parchment from the Septuagint, the well-known Greek translation of the Old Teftament. Of course it wasn't the New Teftament he had set out to look for. But this find was also of the greatest value.​
Since the contents of the basket were intended to be burned, he easily managed to have the smaller, loosely lying part, 43 sheets, of this alleged junk given to him. With this treasure he hurried to his room and immediately immersed himself in its contents . The archimandrite did not want to give up the remaining 129 86 leaves when he saw how highly his guest valued them. But he was happy to allow him to write down the contents of the remaining 86 leaves from the Old Testament and to copy a few pages in detail.​
As of 1844, no one in the monastery seems to have paid any attention to these old parchment leaves or had any idea of their value. And yet they have undoubtedly been here for thirteen centuries, since the founding of the monastery. Tifchendorf was blessed. Thought that a number of equally valuable sheets of parchment, perhaps even the New Teftament, which he was looking for, had probably been thrown into the fire. All the more he made it his sacred duty before his departure to the otherwise friendly and accommodating librarian Cyrillos to carefully guard the remaining 86 parchment sheets, to collect any others that might still be found and to keep them safe. He promised him that he would go to Sinai again later and first win over the monastery's most powerful fellow believer, the Russian emperor, to show his special favor to the monastery for the sake of this treasure.​
 
The contrast between cjab and you is huuuuggggeee.

Much as we disagree, cjab posts references with integrity.

Much appreciated.

So now your obsequiously groveling up to Cjab in the hope of quote mining something from his hard work, or get him to post a translation for you. Which is still disingenuous research begging - lazy parasitic research.
 
So now your obsequiously groveling up to Cjab in the hope of quote mining something from his hard work, or get him to post a translation for you. Which is still disingenuous research begging - lazy parasitic research.

cjab is an honest poster, sharing his sources, never playing childish games, often using Google translate.

This is worthy of note, especially when others are just into posturing.
You do not help your absurd posting games by diversion.
 
At p106-110 Tischendorf's grandson-in law discourses upon the antiquity of Sinaiticus:

Doch das sind nur Vermutungen. Um sicher zu gehen, muß man die Handfchrift ſelbſt nach ihrem Alter befragen. Da kommt es auf genaue Unterſuchung der geſchichtlichen Merkmale und der Beſchaffenheit der Schrift an. Palaeographen, Das heißt Kenner der älteſten Handſchriften, ſowie Kenner der Kirchengeſchichte können hieraus ſo untrügliche Beweiſe erbringen, daß das Alter der Sinaitiſchen Handſchrift gar keinem Zweifel unterliegen kann. Doch das iſt Sache der Gelehrten und geht über den Rahmen dieſer Schrift hinaus. Wir können uns damit begnügen, das einſtimmige Urteil der Forſcher wiederzugeben. Was Tiſchendorf, damals als der erſte Meiſter der Palaeographie feſtſtellte, dem ſtimmte die geſamte gelehrte Forschung jener Tage bei. Er ſchrieb in die Widmung ſeines Codex die Worte hinein: „Es gibt unter allen ähnlichen Handſchriften keine, die ſo gültige Beweiſe für ihren uralten Adel aufzuweiſen hätte.“​
Die einzige griechiſche Handſchrift, die an Alter mit dem Sinaiticus in Vergleich kommen kann, iſt der Codex Vaticanus, der ſich im Beſitze des Papſtes befindet. Der Vaticanus aber war längſt allgemein als ein Werk des vierten Jahrhunderts anerkannt. Beide haben Merkmale eines ſo hohen Alters wie ſie allen anderen Bibelhandſhriften fehlen. So hat das Neue Teſtament in allen übrigen früheſten handfchriften, denen in Paris, Rom, London, Dublin, Wolfenbüttel, ſchon die ſpäter eingeführte Einteilung in Kapitel. Nur der Sinaiticus und der Vaticanus zeigen noch die Ältere Schreibmweiſe, wo von einer Kapiteleinteilung noch keine Rede iſt. In ihnen iſt alles in einem Zuge geſchrieben, und es findet ſich in jedem Buche von Anfang bis zu Ende nicht ein einziger Abſchnitt. Beiden ſind auch noch andere ſehr bezeichnende Eigentümlichkeiten gemeinſam. Nirgends am Anfang der Sätze finden ſich beſonders große Anfangsbuchſtaben. Auch die Teilungszeichen wie Punkt, Komma, Fragezeichen und dergleichen fehlen ſo gut wie ganz. Aber die Merkmale im Sinaiticus beweiſen auch, daß dieſer entſchieden noch älter iſt als der Vaticanus. Denn die Reihenfolge der neuteſtamentlichen Bücher iſt noch nicht dieſelbe wie in unſeren heutigen Bibeln, fondern genau dieſelbe wie in der älteſten uns bekannten Überſetzung, der ſyriſchen, während der Vaticanus ſchon unſere heutige Anordnung hat. Dazu kommt noch, daß zur Zeit der Entſtehung des Sinaiticus offenbar die beiden Briefe des Barnabas und des Hermas zum Neuen Teſtament gerechnet wurden. Wir wiſſen, daß die Kirche des zweiten und dritten Jahrhunderts geneigt war, dieſe beiden Schriften ebenſo wie die apoſtoliſchen ihrer Bibel einzureihen, wie es uns von Klemens (geſtorben 220) und Origines (geſtorben 254) bezeugt wird. Als Eufebius im Jahre 325 ein Verzeichnis der Bücher des Neuen Teſtaments anfertigte, welche ſich allgemeinen oder nur beſchränkten Anſehens in der Kirche erfreuten, führte er unter den letzteren die Briefe des Barnabas und des Hermas auf. Erft in den Kirchenverſammlungen in Laodicea (364) und Karthago (397) wurden ſie endgültig vom Neuen Teſtament ausgeſchloſſen. So gibt es noch eine große Zahl von unzweideutigen Merkmalen für das hohe Alter der Handſchrift, welche für die Gelehrten von größter Wichtigkeit ſind, hier aber nicht weiter ausgeführt werden können. Genug, alles weiſt mit Beſtimmtheit darauf hin, daß der Codex Sinaiticus vor der Mitte des vierten Jahrhunderts im Zeitalter des Eufebius (geſtorben 340) geſchrieben worden iſt.​
Das iſt aber ein Alter, das keine andere ung bekannte griechiſehe Buchhandſchrift aufweiſen kann.​
Aber noch nicht genug. In ein noch viel höheres Altertum weiſt der Sinaiticus zurück. Er hat nicht nur mit dem Vaticanus eine enge Verwandtſchaft, ſondern auch mit der allerälteſten lateiniſchen Bibelüberſetzung, der „Itala“, Da dieſe aber bis ing zweite Jahrhundert zurückreicht, liegt darin eine Bürgſchaft, daß der im Sinaiticus vorliegende Text in diefer Geftalt ſchon im zweiten Jahrhundert gebräuchlich und auch, wie der älteſte ſyriſche Evangelientert nachdrücklich beſtätigt, weit verbreitet war. Daß die alerandriniſchen Schönſchreiber des vierten Jahrhunderts die griechiſche Sprache gar nicht verſtanden, war der treuen Erhaltung desTextes nur günſtig, denn ſo fühlten ſie ſich nicht verſucht, Korrekturen anzubringen, wie es ſo viele ſpätere Abſehreiber in guter Meinung, aber doch im Unverſtand getan haben. Aus allem geht hervor, daß für die Wiederherſtellung des urſprünglichen Textes, ſo wie ihn die Apoſtel geſchrieben haben, die finaitiſche Handſchrift wichtiger iſt als jede andere.​
Aber, wird der Leſer fragen, haben wir denn in unſerem Neuen Teſtament nicht mehr den urſprünglichen Apoſteltert? In der Hauptſache gewiß. Aber vor Erfindung der Buchdruckerkunſt mußten ja alle Bücher mit der Hand geſchrieben werden. Auch die Schriften des Neuen Teſtaments konnten nur dadurch erhalten werden, daß ihr Text von der Apoſtelzeit an fort und fort abgeſchrieben wurde. Indem aber Abſchrift von Abſchrift gemacht wurde, lief der Text begreiflicherweiſe Gefahr, fehlerhaft zu werden. Daran waren vielfach Fabrläſſigfeit, Mißverſtändnis und Unmiſſenheit der Abſchreiber ſchuld, zumal da die damalige Schrift wie beim Sinaiticus keine Worttrennung, kein Komma und keinen Punkt kannte; es wurde eben ohne Zwiſchenräume Buchſtabe an Buchſtabe gereiht. Vielfach war an dieſen Veränderungen nicht nur Unaufmerkſamkeit, ſondern unberufener Eifer der Abſchreiber fchuld; fie wollten den Ausdruck verbeſſern, Erzählungen vervollſtändigen, vermeintliche Verſchiedenheiten oder Widerſprüche ausgleichen, dachten aber nicht daran, daß ſie ſich dadurch am Bibeltert verſündigten. Da nun Die Bibliotheken der chriſtlichen Welt gegen tauſend Urkunden von Schriften des griechiſchen Neuen Teſtaments beſitzen, desgleichen eine beträchtliche Zahl von alten ſyriſchen, koptiſchen, lateiniſchen, gotiſchen Überſekungen, ſo hat ſich daraus eine ſo große Mannigfaltigkeit der Texte ergeben, daß nur eine geringe Minderzahl von Verſen in völliger Übereinſtimmung vorliegt. Gar mancher Vers bat zehn oder mehr verſchiedene Lesarten, wenn ſie auch weit mehr ſprachlicher als ſachlicher Art find.​
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But these are only guesses. To be sure, you have to ask the manuscript about its age. It depends on a precise examination of the historical features and the nature of the writing. Palaeographers, that is, connoisseurs of the oldest manuscripts, as well as connoisseurs of ecclesiastical history can provide such infallible evidence that the age of the Sinaitic manuscript cannot be subject to any doubt. But that is a matter for scholars and is beyond the scope of this book. We can content ourselves with repeating the unanimous judgment of the researchers. What Tiſchendorf, at that time the first master of palaeography, found, all scholarly research of those days agreed with. In the dedication of his codex he wrote the following words: "Among all similar manuscripts there is none that has such valid evidence of its ancient nobility."​
The only Greek manuscript that can be compared in age to the Sinaiticus is the Codex Vaticanus, which is in the possession of the Pope. The Vaticanus, however, had long been generally recognized as a work of the fourth century. Both have features of antiquity not found in any other manuscript of the Bible. Thus, in all the other earliest manuscripts, those in Paris, Rome, London, Dublin, Wolfenbüttel, the New Testament already has the division into chapters that was introduced later. Only the Sinaiticus and the Vaticanus still show the older way of writing, where there is still no question of a chapter division. In them everything is written in one go, and there is not a single paragraph in each book from beginning to end. Both also have other very significant characteristics in common. Nowhere at the beginning of the sentences are there particularly large first letters. The dividing marks such as period, comma, question mark and the like are almost completely missing. But the features in the Sinaiticus also prove that this is decidedly even older than the Vaticanus. Because the order of the New Testament books is not yet the same as in our modern Bibles, but exactly the same as in the oldest known translation, the Syrian, while the Vaticanus already has our current order. In addition, at the time when Sinaiticus was written, the two letters of Barnabas and Hermas were apparently included in the New Testament. We know that the Church of the second and third centuries was inclined to rank these two writings as well as the apostolic ones of her Bible, as Clement (d. 220) and Origen (d. 254) attest to. When Eufebius, in 325, made a list of the books of the New Testament which enjoyed general or limited esteem in the church, he listed among the latter the letters of Barnabas and Hermas. Only in the church assemblies in Laodicea (364) and Carthage (397) they were definitively excluded from the New Testament. There are still a large number of unequivocal characteristics of the great age of the manuscript, which are of the greatest importance for the scholars, but which cannot be elaborated further here. Enough, everything indicates with certainty that the Codex Sinaiticus was written before the middle of the fourth century in the age of Eufebius (died 340).​
But this is an age that no other unknown Greek manuscript can boast of.​
But not enough. Sinaiticus points back to a much higher antiquity. He is not only closely related to Vaticanus, but also to the very oldest Latin Bible translation, the "Itala". Since this goes back to the second century, there is a guarantee that the text in Sinaiticus was already in this form in the second Century in use and also, as the oldest ſyrian Gospels emphatically confirms, was widespread. The fact that the Alexandrian scribes of the fourth century did not understand the Greek language at all was only beneficial for the faithful preservation of the text, because they did not feel tempted to make corrections, as so many later scribes did in good opinion but with a lack of understanding. It is clear from all this that the Final Manuscript is more important than any other in restoring the original text as it was written by the apostles.​
But, the reader will ask, do we no longer have the original Apostle in our New Testament? In the main, certainly. But before the invention of the art of printing, all books had to be written by hand. The writings of the New Testament could also only be preserved by continually copying their text from the time of the apostles onwards. But by making copies of copies, the text understandably ran the risk of becoming erroneous. This was often due to laxity, misunderstanding and impropriety on the part of the copyists, especially since the writing of the time, like that of Sinaiticus, knew no word separation, no comma and no point; letter after letter was lined up without spaces. In many cases, these changes were not just due to inattentiveness, but also to unwarranted zeal on the part of the copyists; They wanted to improve the expression, complete stories, smooth out supposed differences or contradictions, but they didn't think that they would be breaking the Bible by doing so. Since the libraries of the Christian world possess around a thousand documents from the writings of the Greek New Testament, as well as a considerable number of ancient Syriac, Coptic, Latin, and Gothic translations, the result is such a great variety of texts that only a small minority of verses is in complete agreement. Quite a few verses have ten or more different readings, even if they are far more of a linguistic than a factual nature.​
 
The only Greek manuscript that can be compared in age to the Sinaiticus is the Codex Vaticanus, which is in the possession of the Pope. The Vaticanus, however, had long been generally recognized as a work of the fourth century. Both have features of antiquity not found in any other manuscript of the Bible. Thus, in all the other earliest manuscripts, those in Paris, Rome, London, Dublin, Wolfenbüttel, the New Testament already has the division into chapters that was introduced later. Only the Sinaiticus and the Vaticanus still show the older way of writing, where there is still no question of a chapter division. In them everything is written in one go, and there is not a single paragraph in each book from beginning to end.

Looks like Schneller writes whatever is convenient.
The “generally recognized” I’ll plan on its own post.

The “no question of a chapter division …. not a single paragraph” is total nonsense, for both manuscripts.
 
Because the order of the New Testament books is not yet the same as in our modern Bibles, but exactly the same as in the oldest known translation, the Syrian, while the Vaticanus already has our current order.

More nonsense.

Here is the Vaticanus order.

The New Testament Books List for Codex Vaticanus (2015)
Jeffrey Riddle
.http://www.jeffriddle.net/2015/02/the-new-testament-books-in-vaticanus.html

Since Schneller is consistently wrong, and the Syrian-Sinaiticus claim sounds absurd, I’ll skip the Syrian, which would have to be the Peshitta, missing five NT books.
 
More nonsense.

Here is the Vaticanus order.

The New Testament Books List for Codex Vaticanus (2015)
Jeffrey Riddle
.http://www.jeffriddle.net/2015/02/the-new-testament-books-in-vaticanus.html

Since Schneller is consistently wrong, and the Syrian-Sinaiticus claim sounds absurd, I’ll skip the Syrian, which would have to be the Peshitta, missing five NT books.
I guess Schneller would be referring principally to the position of Acts , which in Sinaiticus is after Philemon, but in Vaticanus is after John.
 
The "official" reason why Tischendorf initially declined to disclose where the 43 leaves of the Codex Frederico-Augustanus had been sourced from:

p.58 "Tischendorf-Erinnerungen. Merkwürdige Geschichte einer verlorenen Handschrift. Erinnerungen seines Schwiegersohnes," Ludwig Schneller, Leipzig 1927, 1929.

There is additional weak argumentation from Schneller, 1940 edition, given here:

Kerstin Klingelhöffer: Tischendorf Pages
3. Controversies Over Codex Sinaiticus
What made Tischendorf sure about a production date prior to 350 AD?
https://www.manuscripthunters.gwi.u...codex-sinaiticus/#zp-ID-4644-2336801-8BSNQUQV

What made Tischendorf sure about a production date prior to 350 AD?
Among a very large number of philological details, there were very obvious proofs of the manuscript’s exact age. These were convincing facts (Schneller, 1940):
  1. The monastery of St. Catherine’s had an ancient manuscript stock, judging by its foundation in the 6th century.
  2. The whole document was written in uncials, without any commas, interpunction, nor verses or chapter marks. He discovered many parallels to the oldest Latin version called Itala (end of 2nd century), itself holding many parallels to Syriac Gospel texts, which presumably come very close in time to the original Christian documents. The copyists of Alexandria who reproduced the text had poor Greek language skills and seem to have mechanically copied it as it lay before them. He discovered the end of St. Mark’s Gospel was missing (Chapters 9-20; indicating that it was added later).
  3. In the Sinaitic text of the Pauline epistle to the citizens of Ephesus, the city of Ephesus was not yet mentioned. So he deduced that all Christian communities in Asia Minor were addressed, and the epistle might have been written originally in Ephesus.
  4. In the Sinaitic text, the Bethesda healing in St. John’s Gospel is performed without an angel causing a tidal wave in the water. This initial explanation is missing in all early manuscripts, and it likely was added during the 4th century when copyists unfamiliar with the location tried to explain the healing process.
  5. Two documents incorporated here were later excluded from the biblical canon: the apocryphal Barnabas and Shepherd of Hermas; so, he reasoned, Codex Sinaiticus must date prior to the congregations of 364 (Laodicea) and 397 (Carthage), who established the definitive canon of the New Testament. This meant the final production of Codex Sinaiticus was completed prior to 350.

#3 about Ephesians 1:1 is cute, from memory it was used first by Hug on Vaticanus.
 
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